Tradition
Kalkbrennen in Olang, Bad Bergfall, Bad Schartl...
Kalkbrennen in Olang
In Olang wurde bis zum Jahre 1962 Kalk gebrannt.Entlang des Furkelbaches, von Mühlbach bis Bad Bergfall, waren sieben Kalköfen in Betrieb; Reste davon kann man heute noch entdecken. Ein weiterer Kalkofen stand in der Aue in Oberolang. Es handelte sich dabei um Öfen mit unterbrochenem Betrieb: die Kalköfen mussten jedes Mal nach Vollendung des Brennprozesses neu beschickt werden. Sie waren relativ billig zu erstellen, brauchten aber sehr viel Brennholz. Die eineinhalb Meter dicken Mauern des Ofen wurden aus feuerfesten Steinen erbaut. Der Vorraum des Kalkofens war abgedeckt. Zum Füllen eines Kalkofens benötigte man ca. eine Woche. Die weißen, feinkörnigen Steine wurden von 8 bis 9 Leuten und 4 Pferden vom Furkelbach und vom Langtalbach geholt. Anschließend wurden "Schlosssteine" gespalten, mit welchen im Innern des Ofens über dem Schürloch ein "Schloss" (Gewölbe) aus Kalksteinen errichtet wurde. Von oben wurden dann noch Steine spitzförmig (sog. Spitz) aufgetürmt. Der Turm wurde schließlich mit einer dünnen Mörtelschicht abgeschlossen und darauf ein kleines Kreuz als Segenszeichen abgelegt. Bei dieser Gelegenheit gab es den sog. "Spitzwein".Das Kalkbrennen dauerte eine Woche. Dabei verbrauchte man ca. 100 - 140 m3 Holz. Am Ende wurde dann das Schürloch noch mit Steinen abgedeckt. Übers Wochenende ließ man den Ofen abbrennen und abkühlen. Montags machte man den Ofen dann auf und nahm den weißen, gebrannten Kalkstein schichtweise heraus. Meist war der Kalk schon vorbestellt und wurde mit Pferdefuhrwerken sofort abtransportiert und verkauft. Der Kalk und das Kalkmehl aus Geiselsberg war weitum bekannt und von hoher Qualität. Als im Jahre 1962 das Kalkbrennen eingestellt wurde, ging nicht nur eine jahrhundertealte Tradition zu Ende, sondern die Landwirtschaft verlor auch einen nicht zu verachtenden Nebenverdienst.
Bad Bergfall
Bad Bergfall liegt auf 1.331 m Meereshöhe am Fuße der Olanger Dolomiten und ist von Olang aus in einer Stunde Gehzeit entlang des Furkelbaches erreichbar. Das alte Badwirtshaus wurde im Jahre 1720 vom Grafen Guidobald von Welsberg erbaut und zählte im 19. Jahrhundert bis herauf zum 2. Weltkrieg zu den beliebten Bädern Tirols. Badebetrieb gab es sicherlich schon vor 1720, denn das "Geißlsberger Bad" und insbesondere die Wirkung des Schwefelwassers wurde um 1700 in der Badordnung der Pustertaler Bäder von F.X. Knöring beschrieben. Dieses Bad gehört wohl zu den ältesten unseres Landes, denn die schwefelhaltige Heilquelle war bereits den alten Römern bekannt, was reiche Funde (Münzen und Schmuck) aus dem ersten Jahrhundert nach Christus zeigen. Die Tiroler Bäder wurden nicht nur wegen der Heilquellen geschätzt, sondern dienten Adeligen, Bürgern und Bauern in der heißen Sommerzeit auch als Sommerfrische. 1938 kamen laut "Tiroler Bote" noch 650 Badegäste. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Badebetrieb nicht wieder aufgenommen. 1980 eröffnete die Fam. Pörnbacher einen modernen Gasthof, im Jahre 2002 wurde im neugestalteten Badehaus auch der Badbetrieb wieder aufgenommen.In der Kapelle neben Bad Bergfall befindet sich ein originelles Altarbild, welches die Kirchenpatrone Sebastian und Rochus zeigt, die eine Tafel mit einem Verzeichnis der hier heilbaren Leiden in den Händen halten.
Bad bergfall
Bad Schartl
Bad Schartl war früher wie Bad Bergfall ein vielbesuchtes Heilbad, dessen Quelle eine heilsame Wirkung gegen Magenleiden und Hautausschläge zugeschrieben wurde.Im 19. Jahrhundert bis zum Beginn der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts erlebte das Bad seine Blütezeit. Das Bauernbad war ein beliebtes Ausflugsziel der Olanger und Brunecker. Heute befindet sich das Bauernbad in privatem Besitz und ist nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Bad Schartl liegt am Übergang, nahe der "Scharte", zwischen Olang und Reischach. Von daher rührt auch der Name des ehemaligen Bauernbadls.
In Olang wurde bis zum Jahre 1962 Kalk gebrannt.Entlang des Furkelbaches, von Mühlbach bis Bad Bergfall, waren sieben Kalköfen in Betrieb; Reste davon kann man heute noch entdecken. Ein weiterer Kalkofen stand in der Aue in Oberolang. Es handelte sich dabei um Öfen mit unterbrochenem Betrieb: die Kalköfen mussten jedes Mal nach Vollendung des Brennprozesses neu beschickt werden. Sie waren relativ billig zu erstellen, brauchten aber sehr viel Brennholz. Die eineinhalb Meter dicken Mauern des Ofen wurden aus feuerfesten Steinen erbaut. Der Vorraum des Kalkofens war abgedeckt. Zum Füllen eines Kalkofens benötigte man ca. eine Woche. Die weißen, feinkörnigen Steine wurden von 8 bis 9 Leuten und 4 Pferden vom Furkelbach und vom Langtalbach geholt. Anschließend wurden "Schlosssteine" gespalten, mit welchen im Innern des Ofens über dem Schürloch ein "Schloss" (Gewölbe) aus Kalksteinen errichtet wurde. Von oben wurden dann noch Steine spitzförmig (sog. Spitz) aufgetürmt. Der Turm wurde schließlich mit einer dünnen Mörtelschicht abgeschlossen und darauf ein kleines Kreuz als Segenszeichen abgelegt. Bei dieser Gelegenheit gab es den sog. "Spitzwein".Das Kalkbrennen dauerte eine Woche. Dabei verbrauchte man ca. 100 - 140 m3 Holz. Am Ende wurde dann das Schürloch noch mit Steinen abgedeckt. Übers Wochenende ließ man den Ofen abbrennen und abkühlen. Montags machte man den Ofen dann auf und nahm den weißen, gebrannten Kalkstein schichtweise heraus. Meist war der Kalk schon vorbestellt und wurde mit Pferdefuhrwerken sofort abtransportiert und verkauft. Der Kalk und das Kalkmehl aus Geiselsberg war weitum bekannt und von hoher Qualität. Als im Jahre 1962 das Kalkbrennen eingestellt wurde, ging nicht nur eine jahrhundertealte Tradition zu Ende, sondern die Landwirtschaft verlor auch einen nicht zu verachtenden Nebenverdienst.
Bad Bergfall
Bad Bergfall liegt auf 1.331 m Meereshöhe am Fuße der Olanger Dolomiten und ist von Olang aus in einer Stunde Gehzeit entlang des Furkelbaches erreichbar. Das alte Badwirtshaus wurde im Jahre 1720 vom Grafen Guidobald von Welsberg erbaut und zählte im 19. Jahrhundert bis herauf zum 2. Weltkrieg zu den beliebten Bädern Tirols. Badebetrieb gab es sicherlich schon vor 1720, denn das "Geißlsberger Bad" und insbesondere die Wirkung des Schwefelwassers wurde um 1700 in der Badordnung der Pustertaler Bäder von F.X. Knöring beschrieben. Dieses Bad gehört wohl zu den ältesten unseres Landes, denn die schwefelhaltige Heilquelle war bereits den alten Römern bekannt, was reiche Funde (Münzen und Schmuck) aus dem ersten Jahrhundert nach Christus zeigen. Die Tiroler Bäder wurden nicht nur wegen der Heilquellen geschätzt, sondern dienten Adeligen, Bürgern und Bauern in der heißen Sommerzeit auch als Sommerfrische. 1938 kamen laut "Tiroler Bote" noch 650 Badegäste. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Badebetrieb nicht wieder aufgenommen. 1980 eröffnete die Fam. Pörnbacher einen modernen Gasthof, im Jahre 2002 wurde im neugestalteten Badehaus auch der Badbetrieb wieder aufgenommen.In der Kapelle neben Bad Bergfall befindet sich ein originelles Altarbild, welches die Kirchenpatrone Sebastian und Rochus zeigt, die eine Tafel mit einem Verzeichnis der hier heilbaren Leiden in den Händen halten.
Bad bergfall
Bad Schartl
Bad Schartl war früher wie Bad Bergfall ein vielbesuchtes Heilbad, dessen Quelle eine heilsame Wirkung gegen Magenleiden und Hautausschläge zugeschrieben wurde.Im 19. Jahrhundert bis zum Beginn der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts erlebte das Bad seine Blütezeit. Das Bauernbad war ein beliebtes Ausflugsziel der Olanger und Brunecker. Heute befindet sich das Bauernbad in privatem Besitz und ist nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Bad Schartl liegt am Übergang, nahe der "Scharte", zwischen Olang und Reischach. Von daher rührt auch der Name des ehemaligen Bauernbadls.








Tourismusverein Olang
Florianiplatz 19

