Monumente

Römischer Meilenstein, Baumgartner Stöckl, Das „spitzige Stöckl", Pfarrkirche zum hl. Petrus und zur hl. Agnes in Niederolang, Das Christoporus-Fresko, Kirche zum hl. Wolfgang in Geiselsberg, Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Oberolang, St. Ägidius in Mitterolang...
193 n.C: Römischer Meilenstein

Am 11. April 1958 kam anläßlich der Arbeiten zum Kraftwerksbau in der Goste in ungefähr 8 m Tiefe ein römischer Meilenstein zum Vorschein,der von den Brüdern Reinhold und Richard Prugger "in einer wahren Sternstunde - oder besser Sternminute - als Geschichtsdenkmal erkannt wurde, Sekunden bevor ihn das Maul eines Baggers wiederum wohl für weitere tausend und mehr Jahre in die Böschung des neuen Stausees abgelagert hätte." (Rampold S.230)

Der sehr gut erhaltene Granitstein ist 2,33 m hoch, wovon 90 cm auf den scharf abgesetzten, unbearbeiteten und spitz zulaufenden Sockel entfallen. Der Durchmesser beträgt 39 - 42 cm. Die tadellos erhaltene Schrift besagt, dass Kaiser Septimius Severus (193-211) und seine Söhne Caracalla und Geta die durch Alter verfallenen Meilensteine wieder aufrichten ließen und den Statthalter von Norikum mit dieser Erneuerung betrauten. Die Errichtung des Steins fällt in das Jahr 201. Wie bei allen Meilensteinen des Pustertals sind auch bei diesem die Meilen von Agunt (bei Lienz) aus gezählt, in diesem Fall 45 Meilen (67,5 km).

Der römische Meilenstein und ein Monolith von der Goste stehen jetzt in Oberolang im Ortsteil Seefeld.


18. Jh. Baumgartner Stöckl (Tharer Stöckl)

Kleiner Viereckbau mit flachem Pyramidendach, innen Kreuzgratgewölbe
(18. Jh.)
Die Kapelle ist heute zum Kriegerdenkaml für die Gefallenen beider Weltkriege umgestaltet und besonders dem Gedächtnis des Freiheitshelden Peter Sigmayr gewidmet. Anlässlich des Bezirksschützenfestes vom 10. Juli 1977 wurde die Kapelle dank der Initiative der Fraktionsverwaltung, wobei der Fraktionsvorsteher Michael Pörnbacher die treibende Kraft war, und der Schützenkompanie von Olang restauriert. Der aus Olang stammende Künstler Siegfried Pörnbacher schuf das Fresko an der Außenwand (Darstellung der Erschießung Peter Sigmayrs):
Die Heldengedenktafel im Innern stammt vom Mitterolanger Bildhauer Simon Urthaler. Jakob Pareiner aus Luttach hat das „Lied vom Tharerwirt“ in Kupfer getrieben.
Das Fresko an der Außenwand hat einige Male Veränderungen erfahren. Im Jahre 1893 ist die Kapelle vom Maler Barth aus Brixen renoviert und ausgemalt worden.
„Derselbe (Peter Sigmayr) kniet mit verbundenen Augen am Boden, zu seiner Rechten der Benefiziat von Oloang mit dem Kruzifix in der Hand, zu seiner Linken die für die Execution bestimmte französische Mannschaft, den Moment darstellend, wie dieselbe auf Sigmair feuert“ (Tiroler Bote 1893).
Im Jahre 1922 (Weingartner, Kunstdenkmäler) lautete die Inschrift am Fresko von Josef Pedevilla: „Peter sigmair, Tharerwirt als freiwilliger Ersatz für seinen Vater dahier von den Franzosen erschossen am 14. Jänner 1810. Den Märtirer der Kindesliebe, den Märtirer des Vaterlandes, ihn krönet in des Himmels Höhen ein ewig grüner Lorbeerkranz. – Er fiel als unschuldiges Opfer für das Vaterland.“
Seit einer nach dem 2. Weltkrieg erfolgten Restaurierung standen unter der Hinrichtungsszene nur mehr die Worte: „An dieser Stelle wurde Peter Sigmayr, Tharerwirt, am 14. Jänner 1810 von den Franzosen erschossen.“


1460 Das „spitzige Stöckl“

Der Bildstock in der weiten Landschaft südwestlich von Mitterolang heißt im Volksmund das „Spitzige Stöckl“. Es hat eine „eigenartige und singuläre Form“ (Weingartner) wegen des hohen, auffallend tief sitzenden Pyramidendaches. Außerdem ist der sonst als Schaft dienende Teil, ein viereckiger Mauerpfeiler, zum Hauptteil geworden und reich mit Malereien geziert.
Fresken: An den Hauptflächen Anbetung der Könige, Christus am Ölberg, Kreuztragung, Kreuzigungsgruppe. An den Kragbögen Symbole und Halbfiguren von Heiligen.
Das Stöckl und die Fresken sind um 1460 entstanden. Der Bau steht wohl im Zusammenhang mit der Pest von 1448 und mit verschiedenen Kaufverträgen der Sebastiani-Bruderschaft nach 1470, die wohl bald nach dieser Pest entstanden sein dürfte. Für die Erhaltung dieses Pestbildstocks musste die Ägidiuskirche aufkommen: „Soll sanct Egidii Kirche das Stöckl bey dem Mihlpacher versorgen und in Pau halten“ (Urbar der Ägidiuskirche von 1757).
Ältere Leute können sich noch gut erinnern, wie sie in ihrer Jugendzeit an den Sonntagen nachmittags in Prozession zum Spitzigen Stöckl zogen, dort niederknieten und mit ausgebreiteten Armen den Ablaß beteten. Diese Prozession und diesen wohl uralten Brauch nannte man den „Klenker“. Der Name rührt wohl vom Glockenzeichen her, das die Leute zum Gebet rief. Manchmal zog man auch zum Baumgartner Stöckl (Tharer Stöckl).


1709 Pfarrkirche zum hl. Petrus und zur hl. Agnes in Niederolang

Der imposante gotische Pfarrturm mit Sockel, gekehltem Wasserschlag und spitzbogigen Schaffenstern trägt auf einem eingemauerten Stein die Jahreszahl 1464. Meister Jörg Maurer wird als Baumeister genannt.
Am Fronleichnamsfest 1709 kamen dem Pfarrer Klemens Waldsacker und der Pfarrgemeinde der schlechte bauliche Zustand der Pfarrkirche und die bedrückende Enge zum Bewusstsein, die besonders an Festtagen herrschte, wenn die Leute aus dem gesamten Gericht Altrasen sich in der Pfarrkirche von Niederolang versammelten. Spontan wurde der Entschluss gefasst, eine neue Kirche zu bauen und die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Bereits 1709 konnte mit dem Bau der jetzigen Kirche begonnen werden. Die Kirchweihe erfolgte am 4. August 1712 durch Bischof Ignaz Künigl. An ihn erinnert ein Wappen hinter der Orgel. Da Niederolang der Sitz der Urpfarre Olang war, beteiligten sich am Kirchenbau die Bewohner von Olang, Rasen, Geiselsberg, Percha, Oberwielenbach und St. Veit in Prags, das ebenfalls zur Pfarre Olang gehörte, insgesamt 23 Fraktionen.
Bei diesem barocken Umbau handelt es sich um eine Erweiterung der alten romanischen und gotischen Pfarrkirche, von der noch die Westmauer teilweise erhalten ist. Vgl. das Fresko (Muttergottes) an der Westseite neben dem Kircheneingang von Meister Hans von Bruneck (um 1420).
Die Deckengemälde schuf Johann Mathias Peskoller. Signiert am Gemälde über dem Hochaltar: Peskoller sen. Aus Welsberg 1922. Pfarrer Leopold Wallnöfer (in Olang 1909 bis 1937, an der linken Kirchenwand ist ein Gedenkstein) hatte bereits 1903 als Pfarrer von Natz Peskoller mit der Ausmalung der Kirche von Elvas betraut.
Diese in kräftigen Farben gemalten Bilder gefielen den Olangern gleich besser als die vorherigen von Christian Holzinger im Jahre 1856 geschaffenen Deckengemälde. So erzählten alte Leute.
Das Gemälde über dem Hochaltar zeigt die Früchte des Kreuzesopfers und er hl. Mess, die den Lebenden und den Verstorbenen zugute kommen. Dieses Bild erinnert uns auch an die Bedeutung der Bruderschaften, an diese Vereinigungen von Lajen, errichtet zur Übung der Frömmigkeit und Nächstenliebe und zur Förderung des Gottesdienstes und damit auch der kirchlichen Kunst. Im Jahre 1733 hat Balthasar Mayr von Oberwielenbach an der Pfarrkirche eine Armenseelen-Bruderschaft gestiftet und bestimmt, dass vom Ertrag des Joasenhofs in Wielenberg Messen für die Armen Seelen gelesen werden. Bis 1949 wurden Mitglieder in diese Bruderschaft aufgenommen. Rechts und link die Evangelisten Johannes und Matthäus.
Das Bild in der Mitte des Kirchenschiffs zeigt das Martyrium der hl. Agnes, der zweiten Patronin der Pfarrkirche, die zunächst zum Feuertod verurteilt, dann aber enthauptet wurde. Das Lamm bedeutet die Unschuld dieser römischen Heiligen und ist eine Anspielung auf ihren Namen (agnus = Lamm). Das Fest der hl. Agnes (21. Jänner) wird in der Pfarrkirche alljährlich festlich begangen. Aus einem Kirchenkalender erfahren wir, dass in der Mitte der mittelalterlichen Kirche ein Altar der hl. Agnes stand. Rechts der Kirchenvater Augustinus, der Mann mit dem Herzen, der in seinen Predigten und Schriften besonders die Liebe betonte; berühmt geworden ist sein Ausspruch: „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Gott“. Links Hieronymus: Bibelübersetzer, Gelehrter, eine Kämpfernatur. Nicht zufällig ist sein Attribut der Löwe, dem der Heilige nach der Legende einen Dorn aus der Pranke gezogen hat.
Im dritten Gemälde ist das Martyrium des hl. Petrus, des Hauptpatrons der Pfarrkirche, dargestellt. Er starb am Fuß des vatikanischen Hügels, mit dem Kopf nach unten ans Kreuz geschlagen. Rechts Papst Gregor der Grosse, der als Prediger, Gelehrter und Diplomat seine überragenden Fähigkeiten in stürmischer Zeit in den Dienst der Kirche stellte; links der hl. Kirchenvater Ambrosius, der uns vom Martyrium der hl. Agnes berichtet. Der Bienenkorb deutet auf die emsige Gelehrsamkeit und die erfolgreiche Predigttätigkeit (honigfließende Rede) des Heiligen hin.

Hochaltar:
Der kunstsinnige und musikalische Pfarrer Clemens Waldsacker und Johann Baptist Leys, Pfleger und Richter der Herrschaft Altrasen, beauftragten als Vertreter der kirchlichen und weltlichen Obrigkeit im Jahr 1712 den Künstler Michael Rasner aus Brixen mit der Herstellung des Hochaltars sowoll von Pilthauer als Tischler, Mahler und anderer Arbeit.
Der Altar mit je drei Säulen und den heiligen Joseph (links) und Paulus (rechts) wurde 1839 erhöht. Weitere Umgestaltungen machten eine Altarweihe am 20. April 1891 durch Prälat Remigius Weissteiner notwendig.

Rechter Seitenaltar:
Altaraufbau und Statuen (die Pestpatrone Sebastian und Rochus, der auf eine Pestbeule hinzeigt) stammen vom Künstler Michael Rasner (1712/13). Die Pest von 1636, an der viele Olanger und auch der Pfarrer Augustin Kofler starben, war offenbar noch in lebhafter Erinnerung. Außerdem bestand an der Pfarre seit dem Jahr 1448 eine St. Sebastians-Bruderschaft. Seit der Pest von 1348 gab es immer wieder Seuchen und das Bedürfnis, sich der Hilfe der Pestpatrone zu versichern.

Linker Seitenaltar:
Der linke Seitenaltar wurde vom Klostertischler in Neustift hergestellt und ist ein Geschenk der Prälaten Augustin Pauernfeind von Neustift (1712/13). So ist es kein Zufall, dass wir auf diesem Altar den hl. Augustinus, den Ordensvater der Chorherren von Neustift, und seine Mutter Monika sehen. Die Fassung der Altäre besorgte der Maler Nikolaus Pedevilla in Bruneck. Die Figuren schuf ebenfalls Michael Rasner; sie zeigen beachtliches bildhauerisches Können sowie Sinn für lebendige, wenn auch beherrschte Bewegung (Ringler). Das Altarbild zeigt den Tod des hl. Josef. Im Aufsatz Mutter Anna.
Der Weihbrunn-Stein (1710) stammt von Michael Anratter, Bildhauer zu Bruneck, der Kirchtür- und Sakristeitürstein von Gregor Joaß (1712).
Balthasar Masl aus Vals baute 1846 eine Orgel für die Pfarrkirche. Der damalige Pfarrer Ferdinand Kammerer hoffte, dass die harmonischen Orgeltöne auch sogar mehr Harmonie in die etwas verstimmte Olanger Pfarre bringen werden.
Unmittelbar davor war der zweite Chor gebaut worden. Die jetzige Orgel hat 19 Register mit Hauptwerk, Pedal und Rückpositiv; sie ist ein Werk des bekannten Orgelbauers Johann Pirchner aus Steinach (Orgelweihe am 25. Juni 1989).
Auf der Kanzel sind zwischen ionischen Säulen Christus und die vier Evangelisten zu sehen (1838). Die Chorstühle haben eine hohe Rückenwand mit Muschelornament (von Michael Rasner). Laut erhaltenem Vertrag wurden sie von Nikolaus Pedevilla auf Muschl-Arth schattiert und gemahlen. Kirchenstühle und Beichtstühle stammen aus der 1. Hälfte des 19. Jh.s. Die an den Stühlen angebrachten Schildchen lassen die einstige Ausdehnung der Urpfarre Olang sowie die soziale Stellung der Großbauern und Wirte erahnen.
Den Kreuzweg malte J. M. Peskoller (1922); es sind Kopien nach G. Fugel (1863-1949), der in Süddeutschland und in der Schweiz volksnahe Bilder aus der Bibel schuf.
Bei der Seitenkirchtüre ist der Grabstein des Richters und Pflegers der Herrschaft Altrasen, Paul Leys von Paschbach (gest. 1706), in die Mauer eingelassen. Mehrer dieser Richter und Pfleger ließen sich in der ehrwürdigen Pfarrkirche begraben.
Die Pfarrkirche besitzt mehrere kunstvolle Kirchenfahnen, von denen die Fahne für die Jungmänner („Buibnfuhne“) besonders prächtig ist; sie wiegt 41 kg und ist über 8m hoch.
Der aus Olang stammende Künstler Siegfried Pörnbacher malte 1994 in den Arkaden des erweiterten Friedhofs (Weihe am 3. November 1985 durch Weihbischof Heinrich Forer) den Auferstandenen, den Guten Hirten und den barmherzigen Samariter.


17Jh. Das Christoporus-Fresko

Im Zuge der Fassadenrestaurierung an der Pfarrkirche von Oberolang machte der Restaurator Eduard Kaiser am 19. August 1997 einen sensationellen Fund:
Hinter einer dicken Mörtelschicht kam ein gotisches Christophorus-Fresko mit den gewaltigen Ausmaßen von 8 x 3,25 m zum Vorschein. Das Bild war im 17. Jh. wegen der Pest mit Mörtel zugedeckt worden und seitdem in Vergessenheit geraten. Obwohl bei der Unter-Putz-Legung das Fresko mit ca. 350 Pickelschlagen pro Quadratmeter zwecks Bindung des Mörtels an die Wand arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist es den Restauratoren gelungen, das Fresko einfühlsam widerherzustellen.
Es stellt ein besonders wertvolles Zeugnis des Schaffens des einheimischen spätgotischen Meisters Friedrich Pacher dar (diese Zuordnung erfolgte auf Grund der auffälligen Gestaltung der Pupillen und des großen Ohres des Heiligen).
St. Christophorus gilt vor allem als Patron der Reisenden. Weitverbreitet war früher der Glaube, dass derjenige, der das Bild des Heiligen morgens andächtig betrachtet, tagsüber vor dem Tode sicher sei. Diese Versicherung ermutigte besonders den Wanderer auf den gefährlichen Alpenwegen. Das große Christophorus-Fresko in Oberolang ist an der schmalen Westseite der Kirche angebracht, weil es so auch von den Vorbeireisenden von Nieder- und Mitterolang, von Geiselsberg und vom Ried aus besser zu sehen war.


1484 Kirche zum hl. Wolfgang in Geiselsberg

Gisilhartisperch, der Berg des Giselhart, heißt der Ort um 1050. Für die Ladiner in Enneberg war es der Ort unter der Furkel (Sorafurcia). Wie seit Jahrhunderten ziehen die Geiselsberger und Olanger alljährlich am Samstag vor Dreifaltigkeitssonntag über die Furkel zur Gnadenmutter nach Enneberg, im Volksmund noch immer Ennebergis (jenseits des Berges), wie es schon in einem Neustifter Urbar um 1280 genannt wird. Geiselsberg wurde von der Pfarre Olang seelsorglich betreut, 1785 erhielt es einen eigenen Seelsorger.
Die Sage weiß zu berichten, dass einst der Arndt auf der Furkel von einem Bären angefallen wurde und den Bau einer Kirche gelobte. Die jetzige Kirche wurde 1484 vom Brixner Weihbischof Konrad Reichard geweiht, später verändert und 1893 durchgehend regotisiert.
An der Nordseite des Turms ist ein Stein eingelassen, der die Jahreszahl 1502 trägt. Um die Finanzierung des Turmbaues und er Ausstattung der Kirche zu ermöglichen, erbaten und erhielten die Geiselsberger im Jahre 1500 einen Ablassbrief. Eine solche Ablaßurkunde, in der ein gewisser Nikolaus Spieß und die Mitterhofer genannt werden, erhielten sie bereits 1489. In diesem Jahr malte Simon von Taisten den prächtigen Christophorus an der Außenwand. Wohl vom gleichen Künstler stammen die Pietà hinter dem Altar, die Evangelistensymbole und die heiligen Wolfgang und Leonhard sowie die Muttergottes auf den im Jahr 1982 freigelegten Schlusssteinen am Gewölbe.
Kaplan Leopold Wallnöfer, später Pfarrer von Olang, erreichte durch die 1893 erfolgte Regotisierung, dass aus dem unansehnlichen Kirchlein ein Musterbau gothischen Stiles entstand (Tiroler Bote 1897).
Für die 500-Jahr-Feier 1984 (weihe 1484) ging man an die Restaurierung der Fassade. Dabei wurde ein Fresko (wohl von Simon Taisten um 1490) freigelegt, das mehrere Heilige zeigt, die in Geiselsberg besonders verehrt wurden und die in der Weiheurkunde von 1484 genannt sind: Wolfgang, dem der Hauptaltar geweiht wurde und noch ist; die Gottesmutter mit dem Jesuskind und die Heiligen Alexius und Leonhard, denen der Seitenaltar geweiht wurde; Nikolaus, von dem Reliquien in das Sepulcrum des Hochaltars gelegt wurden; weiters ist zu sehen Sebastian und Anna Selbdritt (Mutter Anna trägt Maria und Jesus auf dem Arm); der heilige links ist Alexius von Edessa, der zweite Patron von Geiselsberg; er ist als Pilger mit Treppe dargestellt, da er nach der Legende 17 Jahre als Bettler unerkannt unter der Treppe seines Vaterhauses lebte.
Der Altaraufbau mit den Statuen St. Wolfgang und St. Ulrich und die Rahmen der Stationstafeln stammen von Augustin Valentin aus Brixen (1893), die Kirchenstühle von der Fachhochschule Bozen.
Ein tiefempfundenes Werk ist die Pietà an der rechten Kirchenwand, Christus stark verrenkt, 2. Hälfte 15. Jh.
Johann Mitterwurzer aus Mühlbach malte (um 1770) den hl. Leonhard. Der heilige, dargestellt als Benediktinerabt mit Buch, erscheint hier als Viehpatron, verständlich in einem Bauerndorf, wo die Sorge um das liebe Vieh eine große Rolle spielte. Ein Engel hält eine Kette; dies ist ein Hinweis auf die Dreifaltigkeits-Bruderschaft zur Befreiung Gefangener, die besonders in den Neustifter Pfarren viele Mitglieder hatte.
Die neue Orgel mit 7 Registern segnete Weihbischof Heinrich Forer am Patroziniumsfest (hl. Wolfgang) 1994. Orgelbauer Kaufmann Josef.


1446 Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Oberolang

Die spätgotische Kirche von Oberolang wurde im Jahre 1472 vom Weihbischof Albertin geweiht. Die Kirchweihe wurde vor 1446 am Fest der Unbefleckten Empfängnis (8. Dezember) gefeiert, im Jahr 1446 dann wegen der in dieser Zeit herrschenden Kälte auf den Sonntag nach Mariä Geburt verlegt. Der spätgotische Bau wurde "später barockisiert", wahrscheinlich um 1650. Das heutige Aussehen der Kirche geht auf die durchgreifende Neugotisierung von 1900 zurück. Außen bewahrte die Kirche ihr ursprüngliches Aussehen, wesentliche Änderungen gab es Innen, wo Rippen und Dienste aus Stucco wieder angebracht wurden. Die Neugestaltung der Kirche in den Jahren 1899/1900 wurde vorwiegend nach den Plänen des Architekten Roman Pircher durchgeführt.Die Glasgemälde stammen aus der Tiroler Glasmalereianstalt in Innsbruck (z. B. Mariä Verkündigung). Die Chorstühle, Speisgitter, Kirchenstühle und die Kirchentür wurden von Jakob Veider, Niederrasen, gebaut. Der rechte Seitenaltar stellt im Altarbild den hl. Antonius dar. Die Heiligen Sebastian, Chrysanth und Daria sind als Plastiken gestaltet. Der linke Seitenaltar trägt ein Bild der Muttergottes mit Kind, welches von den Statuen der Heiligen Joachim und Anna flankiert wird. Im Gesprenge ist Johannes der Täufer zu sehen. Der Hochaltar wurde von Kunsttischler Peintner, Bildhauer Winkler und Kunstmaler Sailer mit einem Relief von Mariä Himmelfahrt (Patrozinium), dem Tabernakel und den vier Evangelistenplastiken geliefert.


1404 St. Ägidius in Mitterolang

Es ist die Kirche des hl. Ägidius, der Heiligen Drei Könige, der Siebenschläfer und der 14 Nothelfer.
Eine Kirchweihe ist für 1138 überliefert. Eine weitere Kirchenweihe erfolgte 1404; aus dieser Zeit stammt der heutige Bau, der allerdings im 17. und 18. Jh. Barockisiert wurde. Ein Brand am 13. Juni 1723 beschädigte den Turm und das Kirchdach und machte umfangreiche Sanierungsarbeiten und die Anschaffung drei neuer Glocken nötig. Damals wurde das Gewölbe der Rippen beraubt.
Die Deckengemälde stammen von Johann Mitterwurzer aus Mühlbach (Ende 18. Jh.); sie haben die Ägidiuslegende zum Inhalt. Beim Brand des Dorfes im Juli 1904 wurden Turm und Kirche wieder in Mitleidenschaft gezogen und die Deckengemälde im Zuge der Sanierungsarbeiten teilweise stark übermalt. Der hl. Ägidius lebte als Einsiedler in Südfrankreich; im Mittelalter zählte er zu den populärsten Heiligen, gehört zu den 14 Nothelfern und wrude als Pest- und Viehpatron verehrt. Hauptbild: Ägidius bittet um Sündenvergebung für einen König. Über der Empore: Hl. Florian.
Der prächtige Hochaltar trägt die Jahreszahl 1679. Der Aufbau stammt von Veit Hirber, Oberolang; Georg Stieger, Bildhauer zu Sonnenburg, schuf Schnitzarbeiten und die Engel im Aufsatz, die Fassung besorgte Simon Gasser, Maler zu Dietenheim. Die Seitenstatuen Blasius und Erasmus stammen von Silly (um 1770). Der hl. Blasius, der in der Rechten eine Kerze hält, wird heute noch hoch verehrt (vgl. Blasius-Segen!)
Erasmus war Bischof von Antiochia (Kleinasien, jetzt Türkei), sein Attribut, die Schiffswinde mit aufgewickelten Ankertrauen, wurde später umgedeutet: in den aufgewickelten Tauen sah man seine Eingeweide, die ihm nach der Legende mit der Winde aus dem Leib gerissen wurden; er wurde deshalb Patron der Drechsler und Helfer gegen Unterleibsschmerzen, Krämpfe und Kolik.
Beide Heiligen sind auch am Seitenaltar unter den Nothelfern vertreten. Man wollte offenbar diesen beiden Heiligen als Helfern in Krankheiten besondere Verehrung angedeihen lassen.
Auf dem Seitenaltar steht der Reliquienschrein mit dem Leib des hl. Aurelius, der 1848 aus den Katakomben in Rom nach Olang gebracht wurde. Dieser Heilige wurde oft bei Bittprozessionen (Gebet um günstige Witterung) umgetragen. Das Bild, die heiligen Siebenschläfer, schuf wohl Josef Renzler. Die Siebenschläfer waren junge christliche Männer aus Ephesus (jetzt in der Türkei), die während einer Christenverfolgung (um 250) in eine Höhle flohen, dort eingemauert wurden, später vorübergehend wieder erwachten und als lebendige Zeugen für den Glauben an die Auferstehung des Fleisches hoch verehrt wurden. Bis in die Türkenzeit (15. Jh.) kamen Wallfahrer aus aller Welt nach Ephesus. Sie wurden bei Fieber und Schlaflosigkeit angerufen. Ein älteres Bild (1624) der Siebenschläfer von einem früheren Altar in Mitterolang ist deponiert.
Auf der linken Seite: Kruzifix in strenger Haltung (1. Hälfte 19. Jh.), Muttergottes und Johannes.
Kreuzweg: 1746 erteilt das bischöfliche Konsistorium die Erlaubnis zur errichung des Kreuzwegs in der Kirche.
An der Brüstung der Empore: Geburt und Beschneidung Christi und Anbetung der Könige (Anfang 18. Jh.).

Außen an der Nordwand: Hl. Michael, von Siegfried Pörnbacher (1955).
Bildstock in Mitterolang (Sanner Stöckl)
17. Jh., Malerei modern (über älterer Bemalung)

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