Geschichte
Brand in Mitterolang, Peter Sigmayr, Das Lied vom Tharerwirt...
1904: Brand in Mitterolang
Es war ein heißer Sommertag, der 20. Juli 1904. Plötzlich brach in Mitterolang ein Brand aus, der in wenigen Stunden fast die ganze Ortschaft einäscherte.
Als Kinder mit Zündhölzchen spielten, fing die Scheune des Krämerhofes Feuer, das sich rasch ausbreitete. Viele Bauern waren um diese zeit bei der Waldarbeit. Obwohl rasch Feuerwehren aus der näheren und weiteren Umgebung an der Brandstätte eintrafen, konnten sie der Lage nicht Herr werden. Bei der herrschenden Trockenheit und dem Wassermangel hatte sich das Feuer über den ganzen Ort ausbreitet, und binnen kurzer Zeit waren von den 50 Häusern 45 und die Kirche abgebrannt. Die Glocken fielen vom Turme. Die Hitze war entsetzlich. Funken trieb es bis Oberolang, sodaß die dortige Feuerwehr zurück musste.
Dank der großen Hilfe der Pustertaler Bevölkerung, des Staates und des Landes konnte das Dorf binnen weniger Jahre wieder aufgebaut werden.
1808: Peter Sigmayr – der Tharerwirt von Olang
Er ist als Held der Kinderliebe und Märtyrer der Wahrheit in die Tiroler Geschichte eingegangen.
Peter Sigmayr wurde 1775 in Mitterolang geboren. Sein Vater war Tharerwirt in Mitterolang (Das Tharerwirtshaus fiel 1904 dem grossen Brand zum Opfer). Peter Sigmayr verehelichte sich am 7. Februar 1809 mit Elisabeth Messner aus Antholz. Sein Leben wäre wohl in ruhigen Bahnen verlaufen, wenn nicht das Jahr 1809 für Tirol ein Schicksalsjahr geworden wäre. Denn im April begann die Erhebung Tirols gegen die bayerische Regierung, hatte doch der verlorene Krieg gegen Napoleon 1805 die Abtretung Tirols an das mit Frankreich verbündete Bayern mit sich gebracht. Der Name Tirol wurde verboten, bayerische Beamte wurden eingesetzt, Tiroler mussten beim bayerischen Militär Dienst leisten, es gab kirchenfeindliche Verfügungen usw. Dies alles war Anlass genug, sich anno 1809 gegen die Fremdherrschaft zur Wehr zu setzen. Als der Sandwirt Andreas Hofer die Tiroler zu den Waffen rief, zog Peter Sigmayr als Oberleutnant der Schützenkompanie in die Luggau (Kärnten) und auf den Kreuzberg. Im September und Oktober stand er bei Ampezzo und tat dort seine Pflicht. Als dann in den blutigen Tagen der ersten Dezemberwochen 1809 die Falmmen des Aufstandes noch einmal im Pustertal und Eisacktal emporschlugen, war es Peter, den die Führer des Landsturmes zum Boten zwischen den Streitscharen um Brixen und denen um Bruneck ausersahen und ihm das Kommando am linken Rienzufer übertrugen. Dadurch wurde sein Name auch dem Feinde bekannt, und so geriet er in den Verdacht der Führerschaft.
Einen folgenschweren Zwischenfall gab es im Gasthaus „Windschnur“ (an der Strasse zwischen Bruneck und Welsberg, nahe Olang). Peter Sigmayr hatte zehn Ordonnanzen der Franzosen ausgehoben, die von den Bauern überfallen wurden. Darauf kam es zu einem Gefecht bei Bruneck. Als eine französische Heeresabteilung am 7. Dezember aus Brixen zu Hilfe kam, gaben die aufständischen Tiroler den Kampf auf und kehrten heim.
Nun rächten sich die Feinde und fahndeten nach den Anführern. Rechtzeitig gewarnt, flüchtete Peter Sigmayr nach Geiselsberg, wo er sich im Rindlerhof verbarg. Am 21. Dezember erschien beim Tharerwirt eine Abteilung französischer Soldaten, um Peter Sigmayr zu holen. Bald war das ganze Haus vom Feind umzingelt und nach dem Flüchtigen durchsucht. Da erklärte der Kommandant der Abteilung, Kapitän Sergil, wenn sich Peter nicht innerhalb dreier Tage stelle, werde der Vater an seiner Stelle erschossen. Als dem Peter diese Botschaft überbracht wurde, entschloss er sich sofort, sich zu stellen.
Inzwischen hatten die Franzosen den alten Vater gefangen, nach Bruneck gebracht und dort eingesperrt. Peter eilte sofort dorthin und stellte sich den Franzosen. Der Vater wurde entlassen und Peter in Haft genommen. Das rasch zusammengetretene Kriegsgericht verurteilte ihn zum Tode mit der grausamen Bestimmung, dass er vor seinem eigenen Hause in Mitterolang erschossen werden solle. Am Morgen des 14. Jänner 1810 wurde er auf den Kirchplatz nach Mitterolang geführt. Peters Vater, die Gattin und Schwester erreichten durch einen Kniefall vor dem Kommandanten der Exekution, dass Peter etwas weiter entfernt, nämlich vor dem Baumgartnerhaus, erschossen wurde.
Peter Sigmayr verkörperte das Tiroler Bauerntum durch seine Vaterlandsliebe, seine Treue und Kindesliebe in idealer Weise. Er ist als großer Held gefeiert worden.
Das Lied vom Tharerwirt
Der Tharerwirt von Olang,
Das war ein braver Sohn,
Den suchen die Franzosen,
Er ist zum Berg geflohn.
Dann lassen sie verkünden:
„Stellt der Rebell sich nicht,
So führen wir den Alten
Für ihn zum Blutgericht.“
Der Tharerwirt von Olang
Kommt schnell herab ins Tal:
„Gebt mir den alten Vater,
Nehmt mich, Herr General.“
Der Vater ruft in Banden:
„Was lieferst du dich aus?
Es weint um dich voll Liebe
Dein junges Weib zu Haus.“
„Behüt dich Gott, mein Vater,
Mein Weib, so lebe wohl.
Die Eltern halt’ in Ehren,
Das gilt im Land Tirol.“
Sie haben ihn erschossen,
Er liegt in seinem Blut,
Doch alles Volk im Tale,
Lobt seinen Heldenmut.
Es war ein heißer Sommertag, der 20. Juli 1904. Plötzlich brach in Mitterolang ein Brand aus, der in wenigen Stunden fast die ganze Ortschaft einäscherte.
Als Kinder mit Zündhölzchen spielten, fing die Scheune des Krämerhofes Feuer, das sich rasch ausbreitete. Viele Bauern waren um diese zeit bei der Waldarbeit. Obwohl rasch Feuerwehren aus der näheren und weiteren Umgebung an der Brandstätte eintrafen, konnten sie der Lage nicht Herr werden. Bei der herrschenden Trockenheit und dem Wassermangel hatte sich das Feuer über den ganzen Ort ausbreitet, und binnen kurzer Zeit waren von den 50 Häusern 45 und die Kirche abgebrannt. Die Glocken fielen vom Turme. Die Hitze war entsetzlich. Funken trieb es bis Oberolang, sodaß die dortige Feuerwehr zurück musste.
Dank der großen Hilfe der Pustertaler Bevölkerung, des Staates und des Landes konnte das Dorf binnen weniger Jahre wieder aufgebaut werden.
1808: Peter Sigmayr – der Tharerwirt von Olang
Er ist als Held der Kinderliebe und Märtyrer der Wahrheit in die Tiroler Geschichte eingegangen.
Peter Sigmayr wurde 1775 in Mitterolang geboren. Sein Vater war Tharerwirt in Mitterolang (Das Tharerwirtshaus fiel 1904 dem grossen Brand zum Opfer). Peter Sigmayr verehelichte sich am 7. Februar 1809 mit Elisabeth Messner aus Antholz. Sein Leben wäre wohl in ruhigen Bahnen verlaufen, wenn nicht das Jahr 1809 für Tirol ein Schicksalsjahr geworden wäre. Denn im April begann die Erhebung Tirols gegen die bayerische Regierung, hatte doch der verlorene Krieg gegen Napoleon 1805 die Abtretung Tirols an das mit Frankreich verbündete Bayern mit sich gebracht. Der Name Tirol wurde verboten, bayerische Beamte wurden eingesetzt, Tiroler mussten beim bayerischen Militär Dienst leisten, es gab kirchenfeindliche Verfügungen usw. Dies alles war Anlass genug, sich anno 1809 gegen die Fremdherrschaft zur Wehr zu setzen. Als der Sandwirt Andreas Hofer die Tiroler zu den Waffen rief, zog Peter Sigmayr als Oberleutnant der Schützenkompanie in die Luggau (Kärnten) und auf den Kreuzberg. Im September und Oktober stand er bei Ampezzo und tat dort seine Pflicht. Als dann in den blutigen Tagen der ersten Dezemberwochen 1809 die Falmmen des Aufstandes noch einmal im Pustertal und Eisacktal emporschlugen, war es Peter, den die Führer des Landsturmes zum Boten zwischen den Streitscharen um Brixen und denen um Bruneck ausersahen und ihm das Kommando am linken Rienzufer übertrugen. Dadurch wurde sein Name auch dem Feinde bekannt, und so geriet er in den Verdacht der Führerschaft.
Einen folgenschweren Zwischenfall gab es im Gasthaus „Windschnur“ (an der Strasse zwischen Bruneck und Welsberg, nahe Olang). Peter Sigmayr hatte zehn Ordonnanzen der Franzosen ausgehoben, die von den Bauern überfallen wurden. Darauf kam es zu einem Gefecht bei Bruneck. Als eine französische Heeresabteilung am 7. Dezember aus Brixen zu Hilfe kam, gaben die aufständischen Tiroler den Kampf auf und kehrten heim.
Nun rächten sich die Feinde und fahndeten nach den Anführern. Rechtzeitig gewarnt, flüchtete Peter Sigmayr nach Geiselsberg, wo er sich im Rindlerhof verbarg. Am 21. Dezember erschien beim Tharerwirt eine Abteilung französischer Soldaten, um Peter Sigmayr zu holen. Bald war das ganze Haus vom Feind umzingelt und nach dem Flüchtigen durchsucht. Da erklärte der Kommandant der Abteilung, Kapitän Sergil, wenn sich Peter nicht innerhalb dreier Tage stelle, werde der Vater an seiner Stelle erschossen. Als dem Peter diese Botschaft überbracht wurde, entschloss er sich sofort, sich zu stellen.
Inzwischen hatten die Franzosen den alten Vater gefangen, nach Bruneck gebracht und dort eingesperrt. Peter eilte sofort dorthin und stellte sich den Franzosen. Der Vater wurde entlassen und Peter in Haft genommen. Das rasch zusammengetretene Kriegsgericht verurteilte ihn zum Tode mit der grausamen Bestimmung, dass er vor seinem eigenen Hause in Mitterolang erschossen werden solle. Am Morgen des 14. Jänner 1810 wurde er auf den Kirchplatz nach Mitterolang geführt. Peters Vater, die Gattin und Schwester erreichten durch einen Kniefall vor dem Kommandanten der Exekution, dass Peter etwas weiter entfernt, nämlich vor dem Baumgartnerhaus, erschossen wurde.
Peter Sigmayr verkörperte das Tiroler Bauerntum durch seine Vaterlandsliebe, seine Treue und Kindesliebe in idealer Weise. Er ist als großer Held gefeiert worden.
Das Lied vom Tharerwirt
Der Tharerwirt von Olang,
Das war ein braver Sohn,
Den suchen die Franzosen,
Er ist zum Berg geflohn.
Dann lassen sie verkünden:
„Stellt der Rebell sich nicht,
So führen wir den Alten
Für ihn zum Blutgericht.“
Der Tharerwirt von Olang
Kommt schnell herab ins Tal:
„Gebt mir den alten Vater,
Nehmt mich, Herr General.“
Der Vater ruft in Banden:
„Was lieferst du dich aus?
Es weint um dich voll Liebe
Dein junges Weib zu Haus.“
„Behüt dich Gott, mein Vater,
Mein Weib, so lebe wohl.
Die Eltern halt’ in Ehren,
Das gilt im Land Tirol.“
Sie haben ihn erschossen,
Er liegt in seinem Blut,
Doch alles Volk im Tale,
Lobt seinen Heldenmut.
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